Der Haflinger

Der Haflinger

Als 1874 der Hengst “Folie 249” zur Welt kam, ahnte niemand das er der Stammvater einer der beliebtesten Kleinpferderassen der Welt werden würde – den Haflingern.

Die blondmähnigen Füchse aus den Bergen Tirols sind in den letzten Jahrzehnten zu wahren Weltbürgern geworden, sind sie doch auf allen Kontinenten beheimatet. Von Australien bis Amerika, sogar im Himalaya kann er unseren Weg kreuzen.

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Mit einem Stockmaß von 138 bis 148 cm sind sie zu den Ponies zu zählen, doch gibt es heutzutage schon etliche Exemplare über 1.50 m – Tendenz steigend !

Ihre Verwendungsmöglichkeit kennt kaum Grenzen und ihre sprichwörtliche Menschenfreundlichkeit wird ihnen quasi schon in die Wiege  gelegt. Sie gelten als eine der am leichtesten einzureitenden bzw. einzufahrenden Rassen.

Vielleicht deshalb werden diese liebenswerten Blondschöpfe von manch Unbelehrbaren immer noch als dick, faul, stur und träge bezeichnet. Tausende Freunde dieser Rasse beweisen Tag für Tag das dem nicht so ist.

Der Haflinger von heute ist nicht mehr das kleine, kompakte Wirtschaftspferd der Tiroler Bergbauern. Er ist durch konsequente Zucht ein modernes, mit guten Grundgangarten ausgestattetes Reit- und Fahrpferd geworden, welches sowohl im Sport wie auch im Freizeitbereich seine Anhängerschaft gefunden hat. Umgänglich, aber lebhaft im Temperament, dazu ausgestattet mit der Fuchsfarbe und dem weißen Behang. Vor allem der trockene, edle Kopf zeigt bei vielen Haflingern noch die Einflüsse der Araberpferde – eines seiner Stammväter.

Deutschland ist das größte Haflingernachzuchtgebiet der Welt und die Haflinger bilden zahlenmäßig die größte Kleinpferdepopulation Deutschlands.

Im Fahren – eine Sportskanone !!!!

In kaum einem Bereich ist der Haflinger so erfolgreich wie hier ! In Internationalen Ponyprüfungen der Klasse S haben viele Fahrer Haflinger angespannt.  Diese Turniere haben nichts mit einer sonntäglichenSpazierfahrt gemein – hier ist Leistung angesagt !!!

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Doch auch viele Freizeitfahrer schätzen den Haflinger wegen seines unkomplizierten Charakters als Partner. Ob vor den Planwagen, Mararthonwagen, der Wagonette oder dem Sulki -ob ein-, zwei- oder mehrspännig – Haflinger sehen vor der Kutsche toll aus. Für Gespannfahrer ist es wegen der Einheitlichkeit hinsichtlich Typ und Farbe  relativ einfach ein Passgespann zusammen zustellen!

Unter dem Sattel - die Vielseitigen !!!!

Haflinger machen fast alles mit. Ob unter dem “Englischen” oder dem Westernsattel, manchmal ist er gar “spanisch” !

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Auf unseren Tunierplätzen sieht man Haflinger nur vereinzelt, jedoch inzwischen auch hoch erfolgreich. Jahresgewinnsummen in vierstelliger Höhe sprechen für sich.

Ein ganz anderes Metier scheint dem, nicht ohne Grund so genannten, “Alpenquarter” ebenfalls bestens zu liegen. Im Westernsport sind Trail und Reining die Paradedisziplinen des Haflingers. Dort kann er manch einem “echten” Westernhorse das Fürchten lehren! Kamen doch schon Deutsche Meister im Trail aus dem Hafilager.

Den größten Teil der Haflingerreiter machen jene aus, welche Streß und Hektik des Alltags für einige Stunden des Tages hinter sich lassen wollen und mit ihrem Pferd Erholung in der Natur suchen.

Vergessen werden sollten auch die vielen “Blondschöpfe” nicht, die Anfängern den Zugang zum Pferd erleichtern. Ganz besonders gerne werden sie als Therapiepferde bei der Arbeit mit behinderten Menschen eingesetzt. Aufgrund ihrer Aufgeschlossenheit, ihrer überschaubaren Größe und ihres unerschütterlichen Wesens (hier kommt das frühere Pferd der Säumer und Bergbauern zutage) fassen gerade diese Menschen schnell Vertrauen zum Haflinger.

Auch im Distanzsport sind Haflinger schwer im kommen. War doch sogar eine Haflingerdame nebst Reiterin nach Dubai zur WM qualifiziert!   

Haflingerrennen, Barocke Reitweise, Reiterspiele, Quadrillereiten, Ungarische Post, Arbeit am Langen Zügel und die glänzenden Kinderaugen wenn St. Martin oder St. Nikolaus mit einem Haflinger beritten ist..................

........ eben ein echter Allrounder !

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